FINKA wird zu FINKAtransfer

Wissenstransfer zur Pflanzenschutzmittelreduktion im niedersächsischen Ackerbau

Mehr Biodiversität auf dem Acker und zugleich ein reduzierter Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln – das bleibt Ziel des erfolgreichen niedersächsischen Projekts FINKA. FINKA steht für „Förderung von Insekten im Ackerbau“. Nach Abschluss der ersten Projektphase Ende 2025 geht die Arbeit nun weiter: Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert das Folgeprojekt „FINKAtransfer“. Für die Umsetzung dieses Vorhabens haben sich das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) und das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V. zusammengeschlossen.

Von der Forschung in die Praxis

FINKAtransfer knüpft an das Wissen und die Ergebnisse des Vorgängerprojekts an und setzt auf den bewährten kooperativen Ansatz zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Acht Betriebspaare – jeweils ein ökologisch und ein konventionell wirtschaftender Betrieb – entwickeln gemeinsam praxisnahe Bewirtschaftungsstrategien, die Biodiversitätsförderung und Pflanzenschutzmittelreduktion vereinen und dabei wirtschaftlich tragfähig sind.

Getestet werden neben verschiedenen Methoden der mechanischen Beikrautregulierung unter anderem:

  • der Anbau beikrautunterdrückender Sorten,
  • angepasste Saatzeitpunkte und -stärken,
  • der Einsatz von Zwischenfrüchten, Untersaaten und Beisaaten.

Auf den Projektflächen werden die konventionellen Maßnahmen mit Referenzflächen verglichen. Dabei fließen sowohl Ertragsdaten als auch Beobachtungen zum Unkrautaufkommen in die Auswertung ein.

Wissenstransfer für die Praxis

Ein Schwerpunkt von FINKAtransfer liegt im gezielten Weitergeben von Wissen. Die Erkenntnisse aus den Praxisversuchen werden verständlich aufbereitet und über vielfältige Formate vermittelt:

  • Feldtage auf Projektbetrieben
  • Workshops für Beraterinnen und Berater
  • Organisation von zielgruppengerechten Veranstaltungen gemeinsam mit Berufs- und Fachschulen sowie DEULEN
  • Konzeption von Vortragsveranstaltungen
  • jährliche Netzwerktreffen mit Betrieben aus dem bisherigen FINKA-Projekt und interessierten Landwirtinnen und Landwirten

Ergänzend dazu werden Lehrmaterialien entwickelt und Kontakte zu weiteren themenverwandten Projekten in Deutschland aufgebaut, um Synergien zu nutzen und den Austausch zu fördern.

Projektkonsortium:

Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH

  • Projektkoordination: Sabrina Skott, S.Skott@Oeko-Komp.de
  • Projektcoach: Leen Vellenga, L.Vellenga@Oeko-Komp.de

Aufgabe der Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) ist es, den Ökolandbau in Niedersachsen zu stärken und weiterzuentwickeln. Das KÖN finanziert seine Arbeit durch Projekte (EU, Bund, Land, Stiftungen), durch Beratung und kostenpflichtige Dienstleistungen. Schwerpunkte sind die Vernetzung von Ökolandbau-Praxis und -Theorie, von Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung, Politik und Wissenschaft. Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen arbeiten in verschiedenen regionalen und bundesweit tätigen Gremien des Ökolandbaus.

Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V.

  • Projektcoach: Alexandra Spahn, Alexandra.Spahn@Netzwerk-Ackerbau.de
  • Öffentlichkeitsarbeit: Sandra von Davier, Sandra.von.Davier@Netzwerk-Ackerbau.de

Das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN) ist ein Zusammenschluss von Landwirten, landwirtschaftlich verbundenen Institutionen, Verbänden und Unternehmen. Das NAN versteht sich als die Stimme Niedersachsens im Bereich des Ackerbaus. Es versucht mit diversen Projekten und geeigneten Partnern aus Industrie, Forschung und der Praxis Schwerpunktthemen wissenschaftlich zu bearbeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend nicht nur in der Praxis umgesetzt, sondern der breiten Bevölkerung  zur Verfügung gestellt werden.

Aufgaben im Projekt: Ansprache und Betreuung der teilnehmenden Betriebe
Mitarbeiter*innen im Projekt: Jana Tempel

Projektziele und Laufzeit

FINKAtransfer trägt zur Umsetzung zentraler Strategien des Landes Niedersachsen bei – insbesondere der Niedersächsischen Ackerbau- und Grünlandstrategie und der Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie.

Das Projekt läuft vom 1. März 2026 bis zum 28.