FINKA fördert Insekten im Ackerbau

03.06.2020 ǀ Unter dem Kurznamen „FINKA“ ist im April ein Verbundprojekt zur „Förderung von Insekten im Ackerbau“ gestartet. Das Projekt will mit landwirtschaftlichen Modellbetrieben, die auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insekten und Herbiziden verzichten, Lösungsstrategien zur Förderung der Biodiversität von Insekten in der Agrarlandschaft erarbeiten und damit innerhalb der Landwirtschaft eine breite Diskussion anstoßen. Verbundpartner im Projekt sind das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen, das Landvolk Niedersachsen sowie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Georg-August-Universität Göttingen. Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Weitere Fördergelder kommen vom niedersächsischen Landwirtschafts- und Umweltministerium.

In dem Projekt sollen modellhaft 30 Betriebspartnerschaften zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben in verschiedenen Boden-Klima-Räumen Niedersachsens geschlossen werden. Im Fokus steht der Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide (Pflanzenschutzmittel gegen Insekten) und Herbizide (Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter). Der Einsatz von Mineraldüngern und Fungiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten) bleibt weiter erlaubt. So sollen die konventionell wirtschaftenden Betriebsleiter mit ihren ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben alternative Anbaumethoden erarbeiten, erproben und auswerten. „Wir wollen das Blütenangebot erhöhen und damit zugleich eine diverse und biomassereiche Insektenfauna fördern“, erhofft sich Landvolk-Vizepräsident Dr. Holger Hennies. Das Projekt setzt auf Lerneffekte durch konkretes Ausprobieren. Die Auswirkungen der entsprechend bewirtschafteten Flächen auf das Vorkommen und die Vielfalt der Ackerbegleitflora und von Insekten werden wissenschaftlich untersucht. Die in dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen in Fachmedien, im Internet sowie auf Feldtagen und anderen Informationsveranstaltungen in die breite Öffentlichkeit getragen werden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Agrarlandschaft zu reduzieren und alternativ die Attraktivität praktikabler, insektenfreundlicher Anbaumethoden herausstellen. Das Projekt läuft bis Ende 2025.

FINKA – Förderung von Insekten im Ackerbau – fällt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt unter den Förderschwerpunkt „Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“. Projektpartner sind die Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH, das Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V., das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V., die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und die Georg-August-Universität Göttingen.

Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V., Ute Brauckhoff

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