1. Zusammenfassung
Im Projekt FINKA („Förderung von Insekten im Ackerbau“) wurde mit 60 Praxisbetrieben in Niedersachsen der Verzicht auf Herbizide und Insektizide im konventionellen Ackerbau erprobt. 30 konventionelle und 30 ökologisch wirtschaftende Betriebe arbeiteten dabei jeweils in Betriebspartnerschaften zusammen. Die Ergebnisse zeigen: Biodiversität profitiert deutlich, ökonomische Auswirkungen variieren kontextabhängig stark. Damit der herbizid- und insektizidfreie Ackerbau eine breite Anwendung finden kann, braucht es unter anderem praxistaugliche und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Die vorliegenden Empfehlungen fassen zentrale Ergebnisse des Projektes zusammen und leiten daraus konkrete Vorschläge für Gesetzgebung, Förderung und Beratung ab.
2. Ausgangslage und Zielsetzung
Ackerwildkräuter und Insekten erfüllen in unserer Kulturlandschaft zentrale ökologische Funktionen. Ihre Anzahl und ihre Vielfalt nehmen jedoch seit Jahrzehnten ab. Dies gefährdet Ökosystemfunktionen. Die Ursachen dafür sind komplex. Die landwirtschaftliche Flächennutzung schrumpft täglich durch die Erweiterung von Siedlungs- und Verkehrsflächen. Sie macht aktuell aber immer noch mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands aus. Zudem hat sich die landwirtschaftliche Nutzung in den letzten
Jahrzehnten nicht zum Vorteil für die Biodiversität verändert (z. B. größere Schläge, engere Fruchtfolgen). Chemische Pflanzenschutzmittel, die weitläufig zur Schädlings-oder Beikrautkontrolle eingesetzt werden, beeinflussen dabei auch Nichtzielorganismen. Daher steht deren Einsatz immer wieder im Fokus wissenschaftlicher und politischer Diskussionen. Die EU-Kommission strebt mit dem Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie eine Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 an. Dieses Ziel ist auch in Strategien der bisherigen Bundesregierung wie dem Zukunftsprogramm Pflanzenschutz und der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 verankert. Niedersachsen sieht mit seiner Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie eine Verringerung um 25 % bis 2030 vor.
FINKA wurde im Bundesprogramm Biologische Vielfalt umgesetzt. Unter Praxisbedingungen wurde über fünf Jahre (2020–2025) ausprobiert, wie konventioneller Ackerbau ohne den Einsatz von chemischen Insektiziden und Herbiziden möglich ist und welche Effekte sich daraus für die Biodiversität und Ökonomie auf Ackerflächen ergeben. Auf den Projektflächen der konventionellen Betriebe wurde der Einsatz von chemischem Pflanzenschutz stark eingeschränkt, um positive Effekte auf die Biodiversität zu erzielen. Zur Beikrautregulierung wurden stattdessen mechanische Maßnahmen wie Striegeln und Hacken umgesetzt. Die Ökobetriebe, die diese Maßnahmen regulär einsetzen, haben ihr Wissen und ihre Technik hierzu mit den jeweiligen Partnerbetrieben geteilt.
3. Zentrale Ergebnisse aus dem FINKA-Projekt
Die Ergebnisse zur Insektenvielfalt variierten mit der untersuchten Kultur. Trotz dieser Unterschiede zeigte sich generell, dass eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln sowie die angepasste Kulturführung mit Hacke und Striegel deutlich positive Auswirkungen auf die Insektenvielfalt hat. Dieser Effekt ist auch bei schwankenden klimatischen Bedingungen und unterschiedlich hoher Gesamtmengen an Insekten zwischen den Jahren stabil.
Nimmt man die Flächen der Öko-Betriebe als Entwicklungsziel mit der im Vergleich höchsten Insektenvielfalt, so nähern sich die Flächen insektizid- und herbizidfreier Behandlung in Bezug auf die Indikatoren Biomasse und Artenzahl der Fluginsekten über die Jahre immer mehr der ökologischen Variante an, wohingegen die Biomasse und Artenzahl der Fluginsekten in der konventionellen Behandlung niedriger waren als in der Öko-Behandlung. So war die Biomasse zum Beispiel bezogen auf die Jahre 2021-2023 in der konventionellen Variante im Mittel etwa 20% geringer im Vergleich zur insektizid- und herbizidfreien Behandlung. Für die Biomasse und Artenzahl der bodenbewohnenden Arten (z.B. Laufkäfer) wurden jedoch keine ausgeprägten Unterschiede gefunden. Diese Trends finden sich auch in den beiden häufigsten Kulturen Getreide und Mais wieder.
Herauszustellen ist der insgesamt positive Trend im Sinne einer Erhöhung der Insektenvielfalt bei Verzicht auf Insektizide und Herbizide über die unterschiedlichen Kulturen und Standorte hinweg.
Je nach Kulturart zeigte die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln sowie die angepasste Kulturführung mit Hacke und Striegel deutlich positive Auswirkungen auf die Ackerbegleitflora. Die herbizidfreie Variante näherte sich in Bezug auf Deckung, Artenvielfalt und Blütenangebot über die Jahre immer mehr den ökologischen bewirtschafteten Feldern an.
Auf allen Flächen, auf denen die Beikräuter mit mechanischen Methoden reguliert wurden, waren mehr Ackerbegleitpflanzen vorhanden. Im Getreide und Mais, war der Deckungsgrad der Ackerbegleitflora bis zu sechs Mal höher als auf den Äckern, die mit Herbiziden behandelt wurden.
Auf den ökologisch und herbizidfrei bewirtschafteten Maisflächen waren knapp doppelt so viele Pflanzenarten (10 Arten) wie auf konventionellen Flächen nachzuweisen. Beim Getreide finden sich auf den herbizidfreien Flächen doppelt so viele Arten (8 Arten) und auf den ökologischen Flächen sogar fast vier Mal mehr Arten als auf den konventionellen Vergleichsflächen.
Das potentielle Blühangebot ist in der herbizidfreien Variante bei Winterweizen fast sechs Mal so hoch wie auf konventionell bewirtschafteten Flächen. Öko-Äcker weisen noch mal über 70% mehr Blühangebot auf. Im Mais zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier sind in der herbizidfreien Variante die meisten Blütenpflanzen pro m² vorhanden, während die Anzahl im konventionellen Landbau bzw. auf Öko-Feldern um knapp ein Viertel geringer sind. Ursache ist ein methodischer Grund: Nach der Herbizidbehandlung im Mais laufen erneut Keimlinge von Beikräutern auf, die durchaus später auch zur Blüten- und Samenreife kommen können.
Seltene und gefährdete Arten der Ackerbegleitflora waren, bis auf wenige Ausnahmen, nur auf ökologisch bewirtschafteten Flächen, zu finden. Neben den Effekten auf Insekten und Ackerbegleitpflanzen wurden im Projekt auch die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der insektizid- und herbizifreien Bewirtschaftung erhoben. Diese wurden jeweils mit den betriebsüblichen, konventionellen Varianten und der ökologischen Bewirtschaftung verglichen.
Auf betriebswirtschaftlicher Ebene hat sich gezeigt, dass die Auswirkungen einer konventionellen Bewirtschaftung ohne den Einsatz chemischer Insektizide und Herbizide je nach Kultur und Standort deutlich schwanken.
Im Getreide lässt sich ein Verzicht vergleichsweise einfach umsetzen. Die Beikrautregulierung mit mechanischen Geräten wie dem Striegel ist in der Regel kostengünstiger als die betriebsübliche Herbizidstrategie. Die Erträge fielen jedoch auf den herbizid- und insektizidfreien Flächen im Schnitt um 10 % geringer aus als in der konventionellen Vergleichsvariante. Daraus ergeben sich unter Berücksichtigung aller Kosten für Winterweizen Einbußen von durchschnittlich 16 % bzw. 120 €/ha (bei Winterroggen sind es 90 €/ha) im Vergleich zur konventionellen Bewirtschaftung.
Hackfrüchte wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben werden mit weiten Reihenabständen angebaut. Vor allem am Anfang des Wachstums bedeutet dies, dass unerwünschte Beikräuter sich leichter ausbreiten. Diese können aber mit geeigneter Technik (z. B. Hackmaschinen oder Hackroboter) gut reguliert werden. Ein Herbizidverzicht geht daher mit höheren Arbeitserledigungskosten für den mehrmaligen Einsatz von mechanischen Geräten zur Beikrautregulierung einher – ganz erheblich in Sonderkulturen wie Zuckerrüben. Bei Silomais kann das Projekt durch gute Datengrundlage belastbarere Aussagen treffen. Der Ertragsrückgang liegt bei durchschnittlich 8 %. Daraus ergeben sich unter Berücksichtigung aller Kosten für Mais Einbußen von durchschnittlich 19 % bzw. 146 €/ha im Vergleich zur konventionellen Bewirtschaftung.
4. Herausforderungen und Zielkonflikte
Es wurde gezeigt, dass durch die Anwendung von Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz, die Biodiversität mit Blick auf Insekten und Ackerbegleitflora auf ackerbaulich genutzten Flächen erhöht werden kann. Die vermehrte Umsetzung dieser Maßnahmen kann demzufolge einen Beitrag zu den politisch gesetzten Zielen zur Pflanzenschutzmittelreduktion leisten. Damit Betriebe Alternativen jedoch flächendeckend umsetzen können, müssen einige Herausforderungen angegangen werden.
Technikbedarf: Mechanische Beikrautregulierung erfordert Investitionen in Geräte (z. B. Striegel, Hacke) oder Kooperationen mit anderen Betrieben bzw. Maschinenringen.
Betriebsabläufe: Die konsequente Umsetzung vorbeugender Maßnahmen sowie mechanischer Verfahren zur Beikrautregulierung – etwa durch Striegeln oder Hacken – erfordert einen höheren zeitlichen Aufwand als der Einsatz der Pflanzenschutzspritze. Zudem ist ihre Wirksamkeit häufig an enge, witterungsabhängige Zeitfenster gebunden, was die betriebliche Umsetzung erschwert.
Fachliche Voraussetzungen: Der Umgang mit Geräten für die mechanische Beikrautregulierung erfordert spezifisches Fachwissen. Dieses wird aktuell in den Ausbildungseinrichtungen unzureichend vermittelt. Die Hürden für Landwirtinnen und Landwirte, die bislang wenig oder keine Erfahrung mit entsprechenden Geräten gesammelt haben, sind entsprechend hoch.
Ökonomische Risiken: Die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln kann zu Ertrags- und Qualitätsunsicherheiten führen. In der Regel werden beim Verzicht auf Herbizide geringere Deckungsbeiträge erzielt. Unter den aktuellen Marktbedingungen – also ohne Preisaufschläge für herbizidfrei erzeugte Ware und bei gleichzeitig vergleichsweise geringen Pflanzenschutzmittelkosten – fehlt es an ökonomischen Anreizen für eine Änderung der Bewirtschaftungsstrategie. Mögliche Mindererlöse konnten bislang nicht durch nachgelagerte Marktakteure kompensiert werden.
Beratungsstruktur: Die Berücksichtigung vorbeugender und mechanischer Maßnahmen zur Beikrautregulierung sowie biodiversitätsfördernder Maßnahmen in der ackerbaulichen Beratung muss weiter gestärkt werden.
Politische Regulatorik: Trotz klar formulierter Zielsetzungen sind die Anreize für eine dauerhafte Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes durch die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen und eine unzureichende Förderkulisse stark begrenzt.
5. Handlungsempfehlungen
Paket 1: Fördermöglichkeiten wirksam anpassen
Die Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel erhöht die Diversität von Insekten und Begleitpflanzen auf dem Acker. Darauf angepasste Fördermöglichkeiten, die einfach umzusetzen und leicht in Anspruch zu nehmen sind, würden eine breite Teilnahme landwirtschaftlicher Betriebe ermöglichen. Dies kann wirksame Effekte für die Biodiversität im Ackerbau auslösen.
Maßnahme 1: Förderung des Verzichts auf chemische-synthetische Insektizide und Herbizide
- Fungizide optional zulassen
- besonders niederschwellig in Winterkulturen wie Wintergetreide und Raps
- praxistaugliche Korridormaßnahme: Nachträgliche Abweichungen von der beantragten Fläche zulassen
➔ mögliche Umsetzung:
– Anpassung der Öko-Regelung 6 (Bund): Anstelle des kompletten Verzichts auf Pflanzenschutzmittel optional Fungizide zulassen; auch in Winterkulturen
– Erweiterung der Länderprogramme (Nds.): zum Beispiel in Anlehnung an die bayerischen KULAP-Maßnahmen zur Pflanzenschutzmittel-Reduktion: Herbizidverzicht in Winterungen wie Wintergetreide und Raps
Maßnahme 2: Förderung der Investition in technische Geräte
- Reihen-unabhängig arbeitende Geräte wie Hackstriegel und Rollhacke sind zentrale Elemente der
mechanischen Beikrautregulierung. - Auch eine sinnvolle und nachhaltige Kombination mechanischer und chemischer Verfahren ist
durch den Einsatz dieser Geräte möglich.
➔ mögliche Umsetzung:
Die Förderung entsprechender Technik sollte im niedersächsischen Agrarinvestitionsförderprogramm ergänzt werden.
Erfolgsfaktor: Kopplung effektiver Fördermaßnahmen mit unterstützenden Angeboten
Der Erfolg von Maßnahmen zur Pflanzenschutzmittelreduktion hängt wesentlich davon ab, Förderinstrumente mit praxisnahen Schulungs- und Austauschangeboten zu verknüpfen. Wenn finanzielle Anreize flexibel, praxistauglich, ausreichend honoriert und langfristig verlässlich sind und Betriebe gleichzeitig durch begleitende Bildungs-und Beratungsangebote unterstützt werden, kann eine breite und nachhaltige Umsetzung in der Fläche gelingen.
Paket 2: Ackerbauliche Beratung weiterentwickeln
Die ackerbauliche Beratung spielt als zentraler Multiplikator aktueller Erkenntnisse eine wesentliche Rolle. Nur wenn Beratung gezielt gestärkt wird, können neue Strategien rasch in die Praxis getragen und flächig wirksam werden.
Maßnahme 1: Weiterqualifizierung der ackerbaulichen Beratung
- Austauschformate konventioneller und ökologischer Beratung müssen als Grundlage für den weiteren Aufbau von Kompetenzen zur mechanischen Beikrautregulierung im konventionellen Ackerbau aufgebaut werden.
- Themen rund um vorbeugende und mechanische Beikrautregulierung und PSM-Reduktion sind in die ackerbaulichen Beratungsangebote und entsprechenden Empfehlungsschreiben verstärkt zu integrieren.
➔ mögliche Umsetzung:
durch zuständige Beratungseinrichtungen, Qualifizierung für die einzelbetriebliche Beratung (ELER)
Maßnahme 2: Integration von Beratungsstrukturen
- Kurzfristig: dringend Kooperationen zwischen der Biodiversitätsberatung und der pflanzenbaulichen Beratung stärken
- Mittelfristig: institutionelle und organisatorische Verknüpfung beider Bereiche
➔ mögliche Umsetzung:
Schaffung regionaler Koordinierungsstellen für die Vernetzung der lokalen Akteur*innen (KÖN, LWK, Ökologische Stationen), Finanzierung über ML und MU
Erfolgsfaktor: Relevante Akteur*innen vernetzen
Die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung aller regional relevanten Akteur*innen – insbesondere landwirtschaftlicher Betriebe (ökologisch und konventionell) sowie der Biodiversitäts- und Ackerbauberatung schafft Vertrauen und ermöglicht eine gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen.
Synergien zwischen ackerbaulicher Beratung und Biodiversitätsberatung müssen genutzt und den Betrieben zugänglich gemacht werden, damit gezielt gemeinsam Lösungen entwickelt werden können.
Paket 3: Kooperationen und Austausch landwirtschaftlicher Betriebe unterstützen
Lokale Kooperationen und Austauschformate zwischen landwirtschaftlichen Betrieben wurden im Projekt FINKA als wirksames Instrument für Wissenstransfer und Dialog identifiziert.
Maßnahme: Arbeitsgruppen und Kooperationen
- Organisation regionaler Arbeitsgruppen, in denen Landwirt*innen ihre individuellen Erfahrungen austauschen und vermitteln können
- Zusammenarbeit ökologisch und konventionell wirtschaftender Betriebe verstetigen und ausbauen
➔ mögliche Umsetzung:
– finanzielle Unterstützung zur Koordination regionaler Netzwerke (ML)
– Möglichkeiten für die Gruppenberatung landwirtschaftlicher Betriebe vereinfachen
Erfolgsfaktor: Kollegialer Wissenstransfer
Die Vermittlung von Wissen gelingt im Austausch unter Berufskolleginnen und -kollegen besonders effektiv. Praxisorientierte Austauschformate auf Augenhöhe stärken das Vertrauen in neue Ansätze und erhöhen deren Akzeptanz.
Paket 4: Aus-, Fort- und Weiterbildung strukturell ausbauen
Die Ausbildung prägt künftige Betriebsleiter*innen maßgeblich. Die konsequente Integration von Themen wie vorbeugender und mechanischer Beikrautkontrolle sowie der Bedeutung von Biodiversität in Agrarökosystemen spielt daher eine zentrale Rolle für einen wirksamen Wissenstransfer.
Maßnahme 1: Module für Berufs- und Fachschulen sowie Hochschulen (weiter-) entwickeln
- Modul „mechanische Beikrautregulierung“
- Modul „Biodiversität in Agrarökosystemen“
➔ mögliche Umsetzung: Schulen: MK, Landesfachberatung Agrar; Hochschulen: MWK in Zusammenarbeit mit Universität Göttingen und Hochschule Osnabrück
Maßnahme 2: Praxislehrgänge für entsprechende Geräte erweitern
Durchführung von praktischen Seminarangeboten zur Maschineneinstellung und Arbeitsweise von Striegel- und Hacktechnik
➔ mögliche Umsetzung:
Zum Beispiel als Angebot der DEULA in Kooperation mit anderen Organisationen, Finanzierung ML, MK
Erfolgsfaktor: Dauerhafte Einbindung in die fachbezogene Bildung
Die genannten Themenfelder sollten verbindlich, flächendeckend und langfristig in Aus- und Weiterbildungsstrukturen integriert werden. Dies kann langfristig nur durch die institutionelle Verankerung in Lehrplänen, Ausbildungsordnungen und Qualifizierungsangeboten sichergestellt werden.
6. Schlussfolgerung und Appell
Um die Diversität von Insekten und Ackerbegleitflora auch auf ackerbaulich genutzten Flächen wieder zu erhöhen, ist es notwendig, auf verschiedenen Ebenen Veränderungen herbeizuführen. Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz müssen für den Einsatz in der Praxis wirtschaftlich attraktiv und möglichst niederschwellig umsetzbar gemacht werden. FINKA zeigt: Mit geeigneter Technik, gezielter Beratung, öko-konventionellen Kooperationen sowie passender Förderung gewinnen konventionell wirtschaftende Betriebe den Zugang zu Alternativen und können so einen Beitrag zur Biodiversitätsförderung im Ackerbau leisten. Allerdings muss sich das wirtschaftlich rechnen. Auf politischer Ebene müssen praxistaugliche, flexible Rahmenbedingungen geschaffen werden und auch die abnehmende Hand muss Konzepte entwickeln, wie sie einen Teil der Mehraufwendungen, die die Betriebe haben, entlohnen können. Werden Möglichkeiten gefunden, Biodiversitätsleistungen über die Förderung hinaus in Wert zu setzen, kann dies eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein.
Dieses Dokument gibt die Auffassung und Meinung der Zuwendungsempfänger des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung der Zuwendungsgeber übereinstimmen
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