Schwebfliege an Acker-Rittersporn

Feldtag im Rahmen des FINKA Projekts

06.06.2023 ǀ Das Landvolk Celle lud alle Interessierten zu einem Feldtag auf der Maßnahmenfläche von Projektteilnehmer Carsten-Wilhelm Drewes in Baven ein. FINKA steht für Förderung von Insekten im Ackerbau. Das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt läuft seit drei Jahren. Niedersachsenweit haben sich 30 Betriebspaare jeweils aus einem konventionell wirtschaftenden und einem ökologisch wirtschaftenden Landwirt zusammengefunden. Der konventionelle Landwirt verzichtet auf seiner Maßnahmenfläche auf Insektizide und Herbizide, der ökologisch wirtschaftende Landwirt stellt Technik zur mechanischen Beikrautregulierung zur Verfügung. Hermann Reinecke ist der zweite Projektteilnehmer im Landkreis Celle und unterstützt als ökologisch wirtschaftender Landwirt seinen konventionellen Partner Drewes.

20 interessierte Landwirte besuchten den Feldtag. Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Landvolkes Celle Christoph Düvel, stellte Taalke Lengert vom KÖN das Projekt vor und gab einen Überblick über die ersten Eindrücke. Die Ackerbegleitflora sei auf den Maßnahmenflächen in Bezug auf die konventionell bewirtschafteten Flächen vielfältiger geworden. Dies sei aber auch abhängig von den angebauten Kulturen und der Fruchtfolge. Zu der Insektenpopulation könne leider noch kein aussagekräftiges Ergebnis präsentiert werden, da die Auswertungen der Fallen und Nisthilfen sehr viel Zeit in Anspruch nehme.

Die anwesenden Landwirte machten sich anschließend ein Bild vom Gerstenbestand. Der Acker ist in zwei Parzellen unterteilt – die eine wurde konventionell bewirtschaftet und auf der anderen wurden keine Insektizide und Herbizide ausgebracht. Drewes berichtete, dass die Maßnahmenfläche zweimal gestriegelt worden ist und das Ergebnis in seinen Augen recht zufriedenstellend sei. Auch die anwesenden Gäste fanden den Zustand des Bestandes akzeptabel. Das Betriebspaar Reinecke / Drewes berichtete aus ihren Erfahrungen im Projekt. Für Drewes steht die Erkenntnis im Vordergrund, dass der Zeitpunkt und auch das Wetter bei der mechanischen Beikrautregulierung entscheidend sei, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Abgerundet wurde der Feldtag durch zwei Fachvorträge. Martina Janke vom Laves Bieneninstitut Celle stellte das Prüfverfahren von Pflanzenschutzmitteln auf Bienenverträglichkeit vor und gab Hinweise, wie man im Garten, auf der Hofstelle oder auf dem Feld vor allem Wildbienen unterstützen kann, sei es durch Sandhaufen, Totholz oder Hecken. Wiebke Lenge von der KWS-Lochow stellte vor, wie eine gezielte Sortenauswahl den Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern könne. Leider seien die guten Eigenschaften der vorgestellten Sorten in Bezug auf Krankheitsresistenz und Unkrautunterdrückung oft mit einem geringerem Ertragsniveau korreliert, sodass die Nachfrage nach diesen Sorten am Markt noch nicht hoch sei. Hier müsse jeder Betriebsleiter für sich errechnen, was wirtschaftlich am sinnvollsten sei.

Im nächsten FINKA Jahr werden auf der Maßnahmenfläche nach einer Zwischenfrucht Kartoffeln angebaut. Auch dann wird wieder zu einem Feldtag geladen, damit sich alle Interessierten ein Bild vom Projektfortschritt machen können.

Das Projekt FINKA wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Das Projekt läuft bis Ende 2025

Verbundpartner im Projekt sind die Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH, das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V., das Landvolk Niedersachsen e.V. sowie das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und die Georg-August-Universität Göttingen.

Landvolk Niedersachsen Kreisverband Celle e.V.: Anna-Maria von Harling